Was ist Affiliate Marketing? Einfach erklärt
Redaktion Affindly · Veröffentlicht am 14.10.2026 · 4 Min. Lesezeit
Affiliate Marketing ist eine Vertriebsform im Internet: Du empfiehlst ein Produkt oder eine Dienstleistung und bekommst eine Vergütung, wenn über deinen Link ein Kauf oder eine andere vereinbarte Handlung zustande kommt.
Den Link bekommst du vom Anbieter oder von einem Partnernetzwerk. Über ihn wird erfasst, dass die Aktion von dir ausging.
Wer ist beim Affiliate Marketing beteiligt?
Im Kern gibt es vier Rollen:
- Anbieter (auch Merchant oder Advertiser): Er verkauft das Produkt und legt die Vergütung fest.
- Affiliate (auch Publisher oder Partner): Das bist du. Du bewirbst das Angebot, zum Beispiel auf einer Website, in einem Newsletter oder in sozialen Medien.
- Netzwerk: Es verbindet Anbieter und Affiliates, stellt Tracking-Links bereit und rechnet ab. Beispiele sind Awin und Digistore24.
- Käufer: Er klickt auf deinen Link und kauft oder erfüllt die vereinbarte Handlung.
Manche Anbieter betreiben auch ein eigenes Partnerprogramm ohne Netzwerk.
Wie wirst du als Affiliate vergütet?
Das hängt von der Vergütungsart ab, und es gibt vier gängige:
| Art | So funktioniert es |
|---|---|
| Umsatzbeteiligung | Du erhältst einen Prozentsatz vom Kaufpreis. |
| Lead | Du erhältst einen Betrag, wenn jemand sich anmeldet oder ein Formular ausfüllt. |
| Festbetrag | Du erhältst pro Verkauf einen festen Betrag. |
| Wiederkehrend | Du erhältst eine Vergütung, solange ein Kunde ein Abo bezahlt. |
Welche Art gilt, legt jedes Partnerprogramm selbst fest. Sie steht in den Programmbedingungen. Die Konditionen findest du gesammelt unter Partnerprogramme.
Was spricht für und gegen Affiliate Marketing?
Für Einsteiger ist der Zugang einfach, aber nicht ohne Haken.
Das spricht dafür: Du brauchst kein eigenes Produkt, keinen Lagerbestand und keinen Kundenservice. Das Netzwerk übernimmt Tracking und Abrechnung.
Das solltest du dagegen im Blick behalten:
- Du hängst von den Bedingungen des Anbieters ab. Provisionen und Regeln können sich ändern.
- Einnahmen entstehen erst, wenn Besucher kommen und kaufen. Das braucht Zeit und gute Inhalte.
- Du bist für deine Aussagen verantwortlich, auch rechtlich. Dazu gehören Kennzeichnung und wahrheitsgemäße Angaben.
- Rückgaben können die Provision wieder entfallen lassen.
Was ist ein Cookie und warum ist er wichtig?
Ein Cookie speichert im Browser des Besuchers, dass er über deinen Link kam. Kauft er innerhalb der Cookie-Laufzeit, wird der Kauf dir zugeordnet.
Die Laufzeit unterscheidet sich von Programm zu Programm und ist ein wichtiger Vergleichspunkt. Digistore24 nennt für Affiliates zum Beispiel 180 Tage, wobei das letzte Cookie zählt.
Zusätzlich bieten manche Netzwerke Tracking ohne Cookie oder über mehrere Geräte an. Ob und wie das genau greift, steht jeweils in den Bedingungen des Programms.
Wie wählst du ein Partnerprogramm aus?
Nimm eins, das zu dir und deiner Zielgruppe passt, und lies vorher die Bedingungen. Diese vier Punkte helfen dir dabei:
- Passung: Das Produkt sollte zu deinem Thema und deiner Zielgruppe passen.
- Bedingungen: Prüfe Vergütungsart, Cookie-Laufzeit, Auszahlungsregeln und erlaubte Werbeformen.
- Qualität des Angebots: Schau, ob das Produkt halten kann, was es verspricht. Rückgaben und Beschwerden mindern deinen Ertrag und dein Ansehen.
- Anbieter: Achte auf ein vollständiges Impressum und klare Vertragsbedingungen.
Eine Orientierung bieten die Partnerprogramme für Einsteiger. Wie wir Programme bewerten, steht unter So prüfen wir.
Muss ich Affiliate-Links kennzeichnen?
Ja, in der Regel schon. Wenn du für Empfehlungen eine Vergütung erhältst, hast du einen kommerziellen Zweck, und den musst du erkennbar machen, wenn er sich nicht klar aus den Umständen ergibt.
Nach § 5a Abs. 4 UWG handelt unlauter, wer den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht kenntlich macht, wenn er sich nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt und das Verschweigen geeignet ist, zu einer Entscheidung zu bewegen, die der Verbraucher sonst nicht getroffen hätte. Das Gesetz geht dabei davon aus, dass eine Gegenleistung erhalten oder versprochen wurde, sofern du das nicht glaubhaft widerlegst.
In der Praxis heißt das: Kennzeichne Affiliate-Links deutlich, zum Beispiel mit einem Hinweis wie „Werbung“ oder „Anzeige“ vor den Links. Das ist keine Rechtsberatung. Bei Zweifeln hilft eine Rechtsberatung.
Wo können Affiliate-Links stehen?
Überall dort, wo sie zum Inhalt passen und dem Leser etwas nützen. Typische Orte sind Ratgeberartikel, Vergleiche, Testberichte, Newsletter, Videos und Beiträge in sozialen Medien.
Reine Linksammlungen ohne eigenen Mehrwert überzeugen weder Leser noch Suchmaschinen.
Viele Programme schränken außerdem ein, wo und wie du werben darfst, etwa bei bezahlter Werbung oder bei der Nutzung von Markennamen. Lies diese Regeln, bevor du startest. Verstöße können zum Ausschluss und zum Verlust offener Provisionen führen.
Wie startest du mit Affiliate Marketing?
In fünf Schritten:
- Wähle ein Thema, in dem du dich auskennst.
- Melde dich bei einem Netzwerk oder direkt bei einem Programm an und lies die Bedingungen.
- Erstelle Inhalte, die Lesern wirklich helfen, und setze Links dort, wo sie zum Inhalt passen.
- Kennzeichne die Links.
- Kläre früh, ob deine Tätigkeit steuerlich und gewerberechtlich anzumelden ist. Mehr dazu im Artikel Gewerbe für Affiliate Marketing.
Ein Tipp für den Start: Vergleiche mindestens zwei oder drei Programme zu deinem Thema, bevor du dich festlegst. Unterschiede zeigen sich meist bei Cookie-Laufzeit, Vergütungsart und Auszahlungsregeln. Auf der Seite Top 10 findest du außerdem Übersichten nach Themen.
Einnahmen sind nicht garantiert. Wie viel du verdienst, hängt von Thema, Reichweite, Qualität der Inhalte und dem Programm ab.
Quellen
- § 5a UWG, Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, Bundesministerium der Justiz (abgerufen am 14.10.2026)
- Digistore24 für Affiliates, Digistore24 (abgerufen am 14.10.2026)
- Publisher-Bedingungen, Awin AG, August 2025 (abgerufen am 14.10.2026)